Stetige Weiterentwicklung für die Logopäden der Praxis Tisch

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Fortbildung für Linda Freudricht zum Thema

"Stimulationstechniken im orofazialen System bei kooperativen und weniger kooperativen Patienten" von Dr. Melanie Weinert und Manuela Motzko im Kölner Dysphagiezentrum

In dem zweitägigen Seminar wurde zu Beginn auf die physiologischen und neurophysiologischen Abläufe sowie auf die einzelnen Schluckphasen eingegangen. Im Anschluss wurden einzelne Ziele, die in der Therapie mit Patienten mit Schluckstörungen vorkommen, formuliert und entsprechende Übungen dazu aufgezeigt. Zu den kooperativen Patienten zählen aktivere Patienten, die eine Schluckstörung z. B. durch einen Schlaganfall erlitten haben, aber selbst noch aktiv autonome Bewegungen und Übungen durchführen können. In den Bereich der weniger kooperativen Patienten gehören z. B. Komapatienten oder Patienten, die in der Vigilanz eingeschränkt sind.

Die aufgezeigten Übungen wurden dann in Partnerübungen ausprobiert, geübt und besprochen. Es war erstaunlich, wie kleinen Veränderungen in Haltung, Druck oder Geschwindigkeit den aktivierenden Stimuli bei einem gesunden "Spürer und Schlucker" beeinflussen. Grundsätze, die beim Stimulieren im orofazialen Bereich gelten, wurden praktisch ausprobieren, um zu spüren, wie kleine Veränderungen wirken.

Für die Referenten war es wichtig, dass die Teilnehmer selbst erfahren, wie sich die Übungen anfühlen. Des Weiteren wurde Wert darauf gelegt, den Patienten nicht zu überfordern und diesen auf die Behandlung vorzubereiten. Der Intimbereich Mund kann zu Beginn auch durch entferntere Strukturen beeinflusst werden.

Der zweite Tag beschäftigte sich mit der Behandlung von weniger kooperativen Patienten. Schwerpunkt hier war es pathologische und somit unerwünschte Verhaltensmuster abzubauen und den Patienten ganzkörperlich auf einen guten Schluckprozess vorzubereiten. Erst dann wurde der Schluckablauf direkt mit Übungen stimuliert und beeinflusst.

Übermittelt wurde ein breites Feld an Übungen und Möglichkeiten den Schluckprozess zu beeinflussen. Die neuen Rückschlüsse und Erkenntnisse wurden direkt im Team an die Kollegen weitergegeben. Durch regelmäßige Fortbildungen gewährleisten die LogopäInnen der Praxisgemeinschaft Tisch eine qualifizierte und fundierte Therapie, die sich stetig weiterentwickelt.

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